Studententypen - Klischee oder Fakt? Was Uni-Outfits über das Studienfach verraten

Veröffentlicht am 27.01.2016

Jurastudenten tragen immer Polohemden, Sozialpädagogen sind nur in Öko-Sandalen unterwegs und Designstudenten sind einfach total hip. Den Studiengang an den Klamotten der Kommilitonen erkennen - geht das? Was stimmt, was stimmt nicht? Wir klären die gängigsten Klischees über Uni-Outfits auf!

Studententypen - Klischee oder Fakt? Was Uni-Outfits über das Studienfach verraten

Jura und BWL

Klischee: Einen männlichen Jurastudenten erkennt man an seinem Polohemd mit hochgeklapptem Kragen und den gegelten Haaren. Dazu gehören eine schicke Chinohose und Segelschuhe. Bei den BWLern kann es auch mal ein Karohemd mit Jeans sein. Die weibliche Fraktion ist mit Perlenohrringen und einer Bluse ausgestattet. Auf keinen Fall darf aber das Longchamp-Täschen fehlen, das elegant am Ellenbogen getragen wird. Dazu ein Zopf oder strenger Dutt - und das Outfit ist perfekt. An kalten Tagen trägt sowohl Männlein als auch Weiblein eine Steppjacke, am liebsten von britischen Luxus-Marken. Oft wird auch ein Strickpulli lässig um die Schultern gelegt.

Realität: Auch dieses Klischee wird in der Tat sehr häufig erfüllt. Unter den Jura- und BWL-Studenten gibt es eine klare Tendenz zu schicken Klamotten. Frauen werden oft mit Pferdeschwanz, Perlen im Ohr und Longchamp-Taschen gesichtet. Dass diese Jura oder BWL studieren, ist aber nicht gesagt!

Design

Klischee: Designstudenten entwerfen Neues und Extravagantes - entsprechend ist auch ihr Kleidungsstil. Ausgefallene Marken angesagter, junger Designer sind hier gern gesehen. Auch bei den Frisuren ist ein klarer Trend zu erkennen: Frauen tragen einen Dutt, Männer einen Undercut (wie gesagt, voll hip und modern!). Die nötigen Ac­ces­soires wie Hornbrille, Jutebeutel und Coffee-to-go-Becher runden das Outfit ab.

Realität: Dieses Klischee wird meist erfüllt. Jute-Beutel und Hornbrille sind bei den heutigen Studenten kaum wegzudenken. Unter den Designern tummeln sich viele top-gestylte Studenten, aber auch bequeme Outfits sind mit von der Partie.

Sport

Klischee: Sportstudenten sind sportlich, na klar! Kein Wunder also, dass viele in Jogginghose und bunten Nikeschuhen rumlaufen. Ist ja wie Arbeitskleidung! Dazu gehören eine Baseball-Cap und ein Hoodie, am besten von einer coolen Sportmarke. Die Mädels tragen immer einen Zopf und Schmuck stört hier nur.

Realität: Wer Sport studiert, muss natürlich nicht von morgens bis abends trainieren. Es gibt auch Vorlesungen, in denen man wie jeder andere Student zuhören und mitschreiben muss. Deshalb gibt es auch viele Sportstudenten, die sich zwar sportlich, aber dennoch alltagstauglich kleiden. Jeans, Hemden und sogar Ohrringe werden hier öfters mal gesichtet.

Pädagogik und Soziales

Klischee: Sozialpädagogen kämpfen für den Weltfrieden und haben keine Zeit für Mode. Deshalb gilt: Die Kleidung muss weit und flattrig sein! Da eignen sich bunte „Aladin-Hosen“ aus Baumwolle natürlich am besten. Die Füße werden mit Birkenstocksandalen bekleidet. Studenten dieser Spezies haben alle lange Haare - egal ob Jungs oder Mädels - oder eine Rastamähne. Am Arm hängen bunte Armbänder oder eine Menge Festivalbändchen, die ihre stolzen Träger schon seit Jahren an das vergangene Rockkonzert oder Indie-Pop-Festival erinnern. Für den Transport von Büchern und sonstigem Unikram dient ein praktischer Rucksack oder bunter Stoffbeutel.

Realität: Unter den Sozialpädagogen halten sich natürlich nicht nur „Hardcore-Sandalen-Ökos“ auf. Viele kleiden sich zwar bunt und ein bisschen ausgeflippt, aber oft sind auch „Normalos“ in Jeans, T-Shirt und Chucks zu sehen. Eins ist also sicher: Mode soll bequem sein, „Schickimicki“ ist hier eher fehl am Platz!

Maschinenbau und Informatik

Klischee: Informatiker und Ingenieure gelten als rational und bodenständig, deshalb bevorzugen sie praktische Kleidung. Ein kurzärmliges Karohemd und bequeme, unauffällige Sneaker gehören hier in jeden Kleiderschrank. Manche Studenten tragen auch T-Shirts ihrer Lieblingsband oder mit einem lustigen Spruch bedruckt. Frauen tragen selten Make-up - wenn überhaupt Frauen da sind.

Realität: Dieses Klischee wird sehr häufig erfüllt. Allerdings tragen Informatiker und Maschinenbaustudenten nicht jeden Tag Karohemden, auch ein paar schicke Teile werden ab und an gesichtet. Denn natürlich leben Informatiker nicht - dem Vorurteil entsprechend - hinterm Mond!

Kunst

Klischee: Kunststudenten sind sehr kreativ und experimentierfreudig. Deshalb lieben sie alles, was Vintage und Retro ist. Fündig werden sie auf Flohmärkten und in Secondhand-Shops. Die Frauen tragen auch gerne weite Hemden von Papa und einen lockeren Dutt. Große Brillen und bunte Farbkleckse auf Hemd und Armen dürfen bei keinem Kunststudenten fehlen.

Realität: So kreativ und individuell der Studiengang, so auch die Kleidung. Kunststudenten sind vieles, nur nicht langweilig. Das Klischee hat sich also weitgehend erfüllt.

Fazit

Einige unserer Klischees haben sich bewahrheitet. Viele aber auch nicht. Denn so gerne wir uns auch daran festhalten, müssen wir realistisch bleiben: Jeder Mensch trägt, was ihm gefällt! Schließlich ist Mode ein Ausdruck von Individualität und kein für jeden Studiengang festgeschriebenes Gesetz. Es gibt also nicht DEN typischen Studenten. Der Unialltag wäre ja total langweilig, wenn alle gleich aussehen. Außerdem ist es doch spannend mal nicht direkt zu wissen, was euer Gegenüber studiert. Am besten ist es, über die Klischees und Vorurteile zu lachen und zu der Person zu stehen, die man ist. Das kann auch ein Jurastudent im lässigen T-Shirt oder ein Sozialpädagoge im schicken Trenchcoat sein. ;-)