Bewerbung mal anders - So kommst du deinem Traumjob ein Stückchen näher!

Veröffentlicht am 19.07.2016

Unzählige Ratgeber halten Tipps für die perfekte Bewerbung parat. Sei es das passende Layout für den Lebenslauf, die Vorgaben für das Bewerbungsfoto oder das Anschreiben mitsamt den richtigen Formalitäten, Fragen und Formulierungen … Jaja, so langsam wissen wir Bescheid. Doch was macht wirklich eine erfolgreiche Bewerbung aus? Kreativität, Mut oder doch lieber der gute alte Standard? Wir zeigen dir Methoden und Tricks, wie du ein bisschen Schwung in deine Bewerbung bringst und die Personaler von den Socken haust.

Bewerbung mal anders - So kommst du deinem Traumjob ein Stückchen näher!

Sei kreativ.

Manche Personaler sind von den vielen 0815-Bewerbungen regelrecht gelangweilt. Warum also nicht mal was Neues ausprobieren? Zum Beispiel mit dem Trend aus den USA - ein selbst gedrehtes Bewerbungsvideo . Mit dieser frischen und originellen Variante kann man den Arbeitgeber super von sich überzeugen. Ebenfalls ein wenig Abwechslung bringt eine spannende Einleitung. Denn ständig landen Bewerbungsmappen mit denselben Floskeln auf dem Tisch: „Hiermit bewerbe ich mich um die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Marketing-Manager …“. Gähn! Wecke das Interesse des Arbeitgebers stattdessen mit einem mitreißenden Einstieg: „Sie suchen einen neuen Marketing-Manager, der selbstständig und zuverlässig auch unter Zeitdruck arbeiten kann? Dann hat Ihre Suche jetzt ein Ende: Hier bin ich! ...“ Das wirkt viel lockerer und macht Lust, weiterzulesen. Wem das etwas „too much“ ist, kann auch eine schlichtere Variante wählen: „Kreativität? Kommunikative Fähigkeiten? Belastbarkeit? All das würde ich mitbringen, um die freie Stelle als Marketing-Manager zu besetzen …“

Sei mutig, aber nicht übermütig.

Ein bisschen Pfiff erhält deine Bewerbung durch ein Zitat einer bedeutsamen Persönlichkeit. Diese Variante sollte man jedoch mit Vorsicht genießen, denn „(d)as Problem mit Zitaten aus dem Internet ist, dass man sie nicht auf ihre Wahrheit prüfen kann“ (Karl der Große). Ob dieses Zitat der Wahrheit entspricht, steht genau so in den Sternen. ;-)

Hab also eine vertrauensvolle Quelle parat. Zwei weitere Dinge solltest du beim Zitieren innerhalb der Bewerbung beachten: 1. Die zitierte Person sollte für etwas Positives bekannt sein. Klatschgeschichten á la Miley Cyrus oder politisch inkorrekte Stellungnahmen sind hier fehl am Platz! 2. Du solltest das Zitat verstanden haben und es im Notfall auch erklären können. Informiere dich also vorab über die gesellschaftlichen Hintergründe und wie das Zitat geschichtlich einzuordnen ist. Damit bist du auf der sicheren Seite. Der Versuch, in der Bewerbung mit einem Zitat clever zu wirken, kann allerdings auch voll nach hinten losgehen. Man sollte zum Beispiel nie Sokrates zitieren, ohne zu wissen, wer das ist. Wenn dich der Chef im Vorstellungsgespräch danach fragt und du mit „spanischer Dichter“ antwortest, bist du schneller aus dem Bewerbungsprozess raus, als du gucken kannst.

Sei ehrlich.

Jeder Mensch zeigt sich am liebsten von seiner besten Seite - verständlich! Im Bewerbungsschreiben kann es jedoch nicht schaden, auch mal ein paar Schwächen preis zu geben. Karriereberaterin Svenja Hofert führte dazu ein verblüffendes Experiment durch: Der Kandidat - ein kaufmännischer Leiter Mitte 40 - stellte in seinem Lebenslauf neben dem Abschnitt „Was ich kann“ die Rubrik „Was ich nicht kann“ auf. Ehrlich, ungeniert und direkt beschreibt er dort seine Probleme, sich selbstdarstellerisch zu präsentieren und verhandlungssicher französisch zu sprechen. Diese Bewerbung schickte er an rund 50 Unternehmen, davon lud ihn ein Viertel zum Vorstellungsgespräch ein. Bei den klassischen „Ich-kann-alles-Bewerbungen“ liegt die Quote nur bei 15 bis 20 Prozent. Die Personaler waren von so viel Ehrlichkeit positiv überrascht, viele sprachen den Kaufmann auf seine Schwächen an. Trotz der guten Ergebnisse bezweifelt Hofert jedoch, dass sich die „ehrliche“ Bewerbung tatsächlich durchsetzen wird.

Sei authentisch.

Dass man in der Bewerbung die Wahrheit sagen soll, haben wir schon geklärt. Aber auch mit übertriebenen Darstellungen kannst du ganz schnell in ein Fettnäppchen treten. Gib zum Beispiel nie „Reiselust“ als eine deiner Interessen an, wenn du Flugangst hast oder noch nie länger als eine Woche von zu Hause weg warst. Spätestens im Vorstellungsgespräch stehst du nämlich auf dem Schlauch, wenn dich der Chef nach deinem letzten Urlaubsziel oder nach den kulturellen Einzeleinheiten von Frankreich, Thailand und Co. fragt. So schön “Reiselust” auch klingen mag - gib nur Dinge an, die du auch erklären und mit denen du dich identifizieren kannst. Du lebst für Mode, Reitsport oder gutes Essen? Dann rein damit in die Bewerbung. Es ist nämlich viel authentischer, wenn du im Vorstellungsgespräch auch von etwas erzählen kannst, das dich begeistert und wovon du Ahnung hast. Und wer weiß, vielleicht entdeckt der Chef ungeahnte gemeinsame Interessen und gibt dir ein paar Sympathiepunkte im Bewerbungsverfahren.

Sei dankbar.

Wurdest du zu einem Vorstellungssgespräch eingeladen, kannst du dich hinterher mit einem kurzen Brief oder einer Mail für das (hoffentlich nette) Treffen bedanken. So bleibst du dem Chef bzw. den Personalern im Gedächtnis und erhöhst deine Chance, ein weiteres mal eingeladen zu werden. Aber auch wenn du die Stelle unbedingt haben willst, schick nicht jede Woche drei Nachrichten. Das wirkt zu aufdringlich und du machst dich bei den Personalern eher unbeliebt. Also alles in Maßen!

Fazit

Wie viel du dich traust, liegt letztendlich bei dir. Und natürlich an der Stelle, für die du dich bewirbst. Ist es ein seriöses Unternehmen, das viel Wert auf förmlichen Umgang und Formalitäten legt - wie beispielsweise eine Bank oder Versicherung - sollte deine Bewerbung entsprechend im Rahmen bleiben. Bei kreativen Jobs wie Design oder Marketing ist Abwechslung hingegen gern gesehen. Fühl dich aber nicht gezwungen, deine Bewerbung auf diese oder jene Weise aufzupimpen. Bleib dir treu und gestalte deine Bewerbung so, wie sie dich selbst am besten repräsentiert. Egal ob das mit einem Video, einem schlauen Zitat oder einem höflichen, schlichten Anschreiben ist.