Sharing Communities - Günstig und nachhaltig durchs Studium

Veröffentlicht am 06.12.2017

Als Student herrscht oft Flaute in der Geldbörse, denn ein Studium ist kostenintensiv. Doch dank der Sharing Economy kannst du dir auch mit wenig Geld deine Wünsche erfüllen. Egal ob neues Kleidungsstück, günstige Reiseunterkunft, erschwingliches Essen oder dein eigenes Stückchen Garten. Heute gibt es für fast jeden Lebensbereich eine aktive Sharing Community.

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Der kostenlose oder kleinpreisige Austausch von wirtschaftlichen Gütern ist keine neue Erfindung. Doch dank des World Wide Web dringt die Idee der Sharing Economy in die verschiedensten Bereiche vor. Das ist sowohl finanziell als auch ökologisch erfreulich. Denn die Sharing Economy ist mit dem Gedanken des nachhaltigen Konsums verbunden. So kannst du also zusätzliche Kosten sparen und dabei sogar ein positives Konzept unterstützen. Damit du nicht lange nach der passenden Community für deine Bedürfnisse suchen musst, verschaffen wir dir einen Überblick.

Bücher und Wissen teilen

Die meisten Studenten kennen die Tragödie mit den teuren Fachbüchern: Zum Kaufen zu teuer und in der Bib immer vergriffen. Dank leih-ein-buch.de , literatoo und „tausch-bücher.de“ kannst du dir von anderen Studenten und Absolventen Fachbücher leihen - oder einfach etwas zum Schmökern. Zudem gibt es auch von den Städten eine Initiative zum Büchertauschen: Die öffentlichen Bücherschränke. Hier kannst du Bücher, die du nicht mehr brauchst, abladen und neuen Lesestoff kostenlos mitnehmen. Mit der App „BuchschrankFinder“ kannst du jederzeit nachschauen, ob sich ein solcher Bücherschrank gerade in deiner Nähe befindet.

Neben dem Sharing von Büchern wird auch das Teilen von Wissen und Studieninhalten durch das Internet immer einfacher. Genau genommen, wurde es seinerzeit dafür auch erfunden. Damit die Wissenschaftler am CERN ihre Wissensstände kommunizieren können. Auf der Sharing Plattform „Stodocu“ kannst du dir Informationsmaterial aus verschiedenen Studiengängen, zu verschiedenen Modulen herunterladen. Es gibt es auch ganze Online-Kurse die du kostenlos ansehen kannst, und bei Fragen, hast du eine große Community im Rücken.

Günstige und hochwertige Klamotten teilen

Sicher, um günstige Klamotten zu finden muss man keine Sharing-Website besuchen. Bei vielen großen Marken finden sich auch so lächerlich niedrige Angebote. Aber seien wir mal ehrlich: Oft merkt man den Preis auch an der Qualität. Zudem möchtest du vielleicht auch etwas haben, das nicht jeder hat. Gerade auf Sharing-Plattformen wie „kleiderkreisel“, „kleiderkorb“ und „Mädchenflohmarkt“ findest du qualitativ hochwertige und ausgefallene Kleidung zu Schnäppchenpreisen.

Tipp: Kleidertausch-Partys

Ein neuer Trend sind die sogenannten Kleidertausch-Partys. Die Idee dahinter ist so simpel wie der Name. Du nimmst einfach die Klamotten, die du nicht mehr brauchst und lädst diese am Veranstaltungsort ab. du selber darfst dir umsonst Klamotten mitnehmen. Meistens, so viele wie du möchtest. Was am Ende übrig bleibt, wird von den Veranstaltern für einen guten Zweck gespendet. Am besten du schaust auf facebook, ob eine solche Veranstaltung in deiner Umgebung geplant ist. Ansonsten, kannst du vielleicht auch selber eine Kleidertauschparty initiieren.

Du musst auch nicht zwingend etwas kaufen, sondern kannst auch Klamotten tauschen. So tust du nicht nur deinem Kleiderschrank sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Denn die Produktion von Klamotten verbraucht Unmengen an Wasser und trägt erheblich zur CO2-Emission bei. Allein deshalb lohnt es sich, gebrauchte Kleidung zu kaufen oder zu tauschen. Mit den entsprechenden Fertigkeiten, kannst du dir aus gebrauchten Klamotten auch etwas vollkommen neues nähen. Anreize dafür gibt es auf der Kreativ-Plattform „kollabora“.

Essen miteinander teilen

Auch als Student möchtest du bestimmt nicht darauf verzichten, dich gesund und ausgewogen zu ernähren. Doch gesundes Essen ist oft gar nicht so günstig. Dabei wird mehr Essen importiert und produziert als wir verbrauchen können. Das Resultat: Eine Vielzahl von Nahrungsmitteln landen in der Tonne. In Supermärkten werden viele Sachen sogar vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums — oder einen Tag danach — entsorgt. Eine zeitlang war es daher unter Studenten üblich zu „containern“. Denn die meisten Artikel sind trotz Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar. Leider mussten die Supermärkte dem aus Haftungsgründen Einhalt gebieten. Stattdessen haben sich Sharing-Plattformen wie „Foodsharing“ und „Mundraub“ etabliert. Auf Foodsharing können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen Essen verschenken, dass nicht mehr gebraucht wird bzw. verkauft werden darf. Neben den „Fair-Teilern“, aus denen man sich Essen mitnehmen kann, kommunizieren Supermärkte, Bäckereien etc. feste Abholzeiten. Bei Mundraub geht es hingegen darum Standorte zu markieren, wo Lebensmittel frei wachsen. Wenn du bei dir um die Ecke zum Beispiel ein Birnbaumfeld hast, das öffentlich zugänglich ist, kannst du dieses auf Mundraub eintragen.

Ein anderes Konzept von Foodsharing bietet die Plattformen „Join-my-Meal“. Bei Join-my-Meal laden Hobbyköche zum Essen bei sich zu hause ein. Die Gäste beteiligen sich an den Kosten der Zutaten. Das Konzept stammt von der amerikanischen Plattform „mealsharing“ und ist bereits in vielen Ländern etabliert. So kannst du auch im Ausland kulinarische Entdeckungen bei Einheimischen machen.

Fahrzeug- und Übernachtungsmöglichkeiten teilen

So viel Zeit zum Reisen wie als Student hat man wahrscheinlich nie wieder. Leider sind bei den Meisten in dieser Zeit die finanziellen Mittel dafür sehr begrenzt. Oft fehlt zudem der fahrbare Untersatz, um spontan zu verreisen. Gerade hier gibt es aber eine Vielzahl an Plattformen die Car-Sharing unterstützen, wie „drivy“ und „snappcar“. Hier kannst du teilweise schon für 15 Euro pro Tag einen Wagen aus deiner Nachbarschaft mieten. Alternativ gibt es mittlerweile auch ein breites Angebote an Online-Mitfahzentralen. Die wohl bekannteste Plattform ist „blabla-car“. Neben den gesparten Kosten, lernst du hier neue Leute kennen und tust der Umwelt etwas Gutes.

Nicht nur die Fahrt- sondern gerade die Übernachtungskosten machen das Reisen so teuer. Dank Plattformen wie Airbnb kannst du dabei richtig Geld sparen. Wobei der Preis hier je nach Unterkunft sehr stark variiert. Wirklich kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten gibt es bei „Couchsurfing“. Hier geht es weniger um die Unterkunft, als um das Interesse daran, neue Leute kennenzulernen. Ähnlich wie bei dem Besuch eines Freundes solltest du auch einkalkulieren, etwas Zeit mit deinem Gastgeber zu verbringen.

Das solltest du für ein optimales Couchsurfing-Erlebnis beachten:

Couchsurfing ist eine tolle Möglichkeit um neue Kontakte zu knüpfen. Ich habe selber schon Couchsurfer zu Besuch gehabt oder bin selber in Polen und Griechenland couch-gesurft. Dabei musste ich die Erfahrung machen, dass es immer sinnvoll ist, ein paar Punkte im Vorhinein abzuklären:

  • Falls neben dir noch andere Leute zum couchsurfen geladen sind kläre ab, wie viele Personen kommen und wie groß die Wohnung ist - ob du Schlafsack und Matte mitbringen musst. Mentalitäten sind nunmal verschieden. Dein Gastgeber empfindet ein Zimmer für 5 Personen zum übernachten im Gegensatz zu dir vielleicht als ausreichend. Umgekehrt solltest du deinen Gästen die Übernachtungs-Situation klar kommunizieren.
  • Kläre vorher hab, wieviel Zeit du mit deinem Gastgeber/deinen Gästen verbringst. Wenn du z.b. mit deinem Partner oder einem guten Freund/ einer guten Freundin unterwegs bist, braucht ihr auch mal Zeit für euch. Umgekehrt hast du als Gastgeber in der Zeit vielleicht noch andere Pflichten, und deine Gäste sollten sich zwischenzeitlich alleine beschäftigen können. Das solltest du vorher absprechen, bevor eine von beiden Seiten unzufrieden ist.

Garten und Beete teilen

Träumst du nicht auch manchmal von einem eigenen Garten, wo du entspannen kannst? Oder einem Beet, wo du selber etwas anbauen kannst? Leider haben die wenigstens Studentenwohnungen oder WG’s einen Garten. Dafür kannst du über die Online-Organisation „Garten Paten“ Personen in deiner näheren Umgebung finden, die Ihren Garten teilen. Gerade älteren Leuten fällt die Gartenpflege immer schwerer. Für etwas Hilfe, kannst du die Beete zum Anbauen nutzen oder einen Grillabend mit Freunden veranstalten. Falls es dir hauptsächlich darum geht, etwas anzubauen, empfiehlt sich die Plattform „meine-ernte.de“. Hier kannst du dir ein Stück Acker mieten, dass für dich sogar besät wird. Du musst es nur pflegen und ernten.

Ansonsten gibt es auch einige Initiativen für öffentliche Gemüsegärten in der Stadt. Das sogenannte „Urban Gardening“, hat sich gerade im Raum Köln dank vieler aktiver Vereine durchgesetzt.

Kinderklamotten, Spielzeug und Freizeit teilen

Einige Studenten sind bereits stolze Eltern, was die finanzielle Lage meistens zusätzlich erschwert. Selbst ein Babystrampler kann mal schnell um die 30 Euro kosten und manche Spielzeuge könnten genauso gut aus Gold statt Plastik sein. Man möchte sich selber bilden, um dem Kind später etwas zu bieten, aber nicht, dass es bis dahin auf zu viel verzichten muss. Nicht verzagen. Auf den Sharing-Plattformen „mamikreisel&bldquo; und „kinderado“ kannst du günstige Klamotten für den Nachwuchs kaufen und auf „meinespielzeugkiste.de“ werden Spielsachen teilweise sogar verschenkt. Aber nicht nur Klamotten und Spielzeug, auch Freizeit kann über „sitter-team.de&bldquo; geteilt werden. Verabrede dich einfach mit anderen Elternteilen aus deiner Nähe zum gegenseitigen Babysitten. Im Idealfall lernst du so auch neue Freunde kennen.

Teilen in der Nachbarschaft

Das World Wide Web erleichtert uns das Teilen mit anderen Leuten auf der einen Seite enorm. Auf der anderen Seite, kann man bei vielen Dingen doch auch einfach mal den Nachbarn fragen. So ist zumindest der Gedanke des schweizer Vereins „Pumpipumpe“. Dieser verkauft gegen eine kleine Aufwandsentschädigung Aufkleber mit Symbolen von Alltagsgegenständen. Diese kann man sich dann einfach auf den Briefkasten kleben und die Nachbarn können sehen, was sie sich leihen können. So kannst du in deiner Nachbarschaft ohne viele Worte und ohne Internet netzwerken.