Hilfreiche Tipps zur Wohnungssuche in einer Großstadt

Veröffentlicht am 12.08.2020

Hilfreiche Tipps zur Wohnungssuche in einer Großstadt

Wer schon einmal in einer beliebten Stadt auf Wohnungssuche war, weiß wie ernüchternd das sein kann. Zum Besichtigungstermin steht man mit dutzenden Interessenten vor einer Wohnung und die Hoffnung schwindet, dass man diese bekommt. Wenn man jetzt auch noch zu bestimmten Zeitpunkten Wohnraum sucht, wie zu Semesterbeginn, scheint es schier unmöglich zu sein. Wohnungssuche in einer Großstadt - was tun, wenn Wohnraum unerschwinglich scheint?

Wie möchte ich wohnen?

Bevor ihr sämtliche Wohnungsportale durchforstet, solltet ihr euch einige Eckdaten überlegen. Neben dem finanziellen Aspekt: „was könnt ihr euch leisten?“ Solltet ihr auch überlegen: wie wollt ihr eigentlich wohnen?
Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Wohnkonzepte:

  • Wohngemeinschaft
  • Studierendenwohnheim
  • Eigene Wohnung
  • Wohnen bei Verwandten und Bekannten
  • Wohnen zur Untermiete (als Zwischenlösung?)

Wenn ihr euch dazu Gedanken gemacht habt - kann die Wohnungssuche starten.

Klassische Wohnungssuche

Internetportale

Wenn für euch eine Wohngemeinschaft, Wohnen zur Untermiete oder die eigene Wohnung infrage kommt, dann ist es sinnvoll, den freien Wohnungsmarkt zu durchsuchen. Hierzu gehören alle gängigen Immobilienportale, Kleinanzeigen-Portale und auch die Social-Media-Kanäle.
Bei den Immobilienportalen lassen sich E-Mail-Alerts einrichten. So bekommt ihr eine automatische Benachrichtigung, wenn eine Wohnung mit euren zuvor gespeicherten Suchkriterien eingestellt wurde.
Neben den gängigen Wohnungsbörsen könnt ihr auch auf den Seiten von Wohnungsbaugesellschaften nach Inseraten schauen. Zudem ist es empfehlenswert die Tageszeitungen (sind auch online abrufbar) nach passenden Angeboten zu durchsuchen.

Bei den meisten Portalen könnt ihr außerdem auch selbst ein Inserat mit eurem Gesuch einstellen.

Schwarzes Brett

Jede Universität oder Hochschule verfügt über ein schwarzes Brett. Hier sind Studierende, insbesondere zu Semesterbeginn, häufig auch der Suche nach einem Mitbewohner und Mitbewohnerin oder nach Nachmieter und Nachmieterin. Falls nichts Passendes dabei ist, könnt ihr auch hier eine eigene Suchanfrage hinterlassen.

Immobilienmakler/in

Wer wenig Zeit hat und/oder etwas Geld übrig hat, kann sich an eine Immobilienagentur wenden. Diese zeigen euch in der Regel in kürzerer Zeit mehrere, verfügbare Wohnungen und übernehmen deren Vermarktung und Vermietung. Häufig stehen die Wohnungen bereits leer und sind somit schnell bezugsfertig. Meistens vermarkten Immobilienagenturen ausschließlich Wohnungen (oder Häuser) und keine WG-Zimmer.

Studierendenwerk

Leben im Studierendenwohnheim ist mit einigen Vorteilen verbunden. Nicht nur, dass man schnell Kontakt zu anderen Studierenden bekommt. So befinden sich die meisten Studierendenwohnheime auch in unmittelbarer Nähe zur Hochschule oder Universität. Viele Wohnheime vermieten die Zimmer möbliert, sodass ihr euch die Kosten für Möbel, zumindest vorerst, sparen könnt. Die Vermietung der Wohnanlagen für Studierende läuft über die jeweiligen Studierendenwerke. Kommt das für euch infrage, dann schaut dort doch mal vorbei. Aber auch hierbei gilt - rechtzeitig drum kümmern!

Vielleicht kommt es für euch ja auch infrage, vorerst bei Verwandten oder Bekannten unterzukommen? Das würde euch bei der Wohnungssuche den Zeitdruck nehmen. Für einige kann es sogar sinnvoll sein, die ersten Wochen zu pendeln. So kann man sich einige Zimmer oder Wohnungen anschauen und muss nicht das erstbeste nehmen.

Kreative Wohnungssuche

Abreißzettel

Wer hat es nicht schon einmal gesehen? Ein selbstgeschriebener, oder selbst getippter Abreißzettel an der Ampel oder im Supermarkt? Und warum auch nicht? Schreibt kurz eure gewünschten Eckdaten zusammen (Telefonnummer nicht vergessen) und befestigt diese an gut sichtbaren und hoch frequentierten Orten in euren gewünschten Stadtteilen. Doch vergesst nicht, diese nach erfolgreicher Wohnungssuche wieder zu entfernen!
In den Supermärkten liegen häufig bereits Vorlagen solcher Zettelchen aus, welche ihr dann nur noch mit eurem Gesuch füllen müsst.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Erzählt jedem, wirklich jedem, mit dem ihr sprecht, dass ihr auf Wohnungssuche seid und bittet eure Freunde, Familie, Kollegschaft und Bekannte darum sich mal umzuhören. Vielleicht habt ihr ja Glück und jemand kennt jemanden, der jemanden kennt. :-)

Anzeige in der Tageszeitung

Klingt vielleicht oldschool, aber mit einer Anzeige in der Lokalzeitung erreicht ihr eine Zielgruppe, die noch nicht so viel im Internet unterwegs ist. Noch immer gibt es viele, regelmäßige Leser der Tageszeitung - nutzt das!
Schreibt kurz und knackig, wonach ihr sucht und vergesst eure Kontaktdaten nicht.

Innovative Wohnkonzepte

Insbesondere in den Großstädten ist die Wohnungsnot besonders groß. Daher entstehen in immer mehr Städten alternative Wohnkonzepte.

Die etwas andere WG - Senioren-WG

Wohnen für Hilfe. Das Konzept ist mittlerweile in zahlreichen Städten verfügbar und wird sehr gut angenommen, seitens der Studierenden sowie der Hilfebedürftigen. Studierende ziehen bei Menschen ein, welche im Alltag oder bei bestimmten Aufgaben Hilfe gebrauchen könnten und über ein freies Zimmer in ihrem Haus oder Wohnung verfügen.
Die Hilfeleistung kann z.B. in Form von Gartenarbeit, Haushaltshilfe, Tierhilfe, gemeinsame Unternehmungen oder ähnliches erfolgen.
Die Studierenden leisten in der Regel für 1qm zur persönlichen Verfügung gestellten Wohnraum eine Stunde Hilfe pro Monat. Zu Beginn wird ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden Parteien geschlossen. Meistens stellt der jeweilige Träger der Initiative eine Vorlage zur Verfügung.
Detaillierte Informationen zu dem Wohnkonzept, sowie Informationen, ob dieses auch in eurer Stadt angeboten wird, findet ihr hier.

Die Alternative zur Wohnung - der Container

Bis jetzt vorerst nur in Berlin möglich. Doch hier gibt es bereits ein kleines Studierendendorf, in welchem Studierende in 19qm großen Containern wohnen. Diese sind möbliert und verfügen über ein kleines Badezimmer und Küchennische. Auch Internet steht den Studierenden im Containerdorf zur Verfügung. Die Kosten für 19qm belaufen sich auf 340,00 €.
Die Container sollen vorrangig als Übergangswohnraum dienen, damit Studierende Zeit haben, eine “richtige” Unterkunft zu finden.
In weiteren Großstädten sind Container-Studierendendörfer in Planung. Wann genau diese entstehen und bezugsfertig sein sollen, steht derzeit noch nicht fest.

Noch ein kleiner Tipp:

Kreativität führt zum Erfolg! Wenn ihr euch auf Wohnungsinserate bewerbt, seid kreativ und hebt euch ab. Verfasst einen (nicht zu langen) netten, humorvollen Text und lasst die wichtigsten Eckdaten schmeichelnd mit einfließen. Lasst euch etwas einfallen, warum genau ihr diese Wohnung oder das Zimmer bekommen solltet!

Wir wünschen viel Erfolg bei Suche!