Zeitplanung im Studium - Lernen ohne Stress

Veröffentlicht am 24.11.2016

Wer kennt das nicht? Kaum rückt die Klausurphase in zeitliche Nähe, fängt der große Stress an: Vorlesung, Übung, Tutorium und danach noch selbstständiges Lernen. Für jeden zweiten Studenten führt diese Dauerbelastung laut Bundesministerium für Bildung und Forschung zu stressbedingten Sorgen und Ängsten.

Zeitplanung im Studium - Lernen ohne Stress

Der Fehler beginnt meist bereits zu Beginn des Semesters, wenn die Klausurenphase noch in weiter Ferne zu sein scheint. Denn schon da fangen die meisten Studenten mit der sogenannten „Aufschieberitis“ an: Das ganze Lernpensum wird auf das Ende des Semesters verlegt. Das mag für die ersten Monate sehr angenehm erscheinen, führt aber später zu enormer Belastung, Stress und hohem Druck für die Studenten.

Die Lösung dieses Problem scheint auf der Hand zu liegen: Früher Anfangen! Doch wie kannst du dich als Student dazu motivieren, und was hilft dabei den Stress während des Semesters zu reduzieren?

Zeitmanagement

Setze dir vor allem kurzfristige, realistische Ziele wie zum Beispiel die Vorbereitung auf eine Vorlesung in der folgenden Woche, oder die Bearbeitung von Übungsaufgaben für das nächste Tutorium. Und halte diese auch schriftlich fest. Klar, das sollte selbstverständlich für jeden Studenten sein, aber bei vielen werden diese Aufgaben im Hinterkopf abgelegt und geraten so schnell in Vergessenheit.

Das lässt sich verhindern, indem man diese Aufgaben als dauerhafte Notiz in seinen Kalender z.B auf dem Smartphone mit aufnimmt. So wird einem jederzeit bewusst, was man noch genau bis zu welchem Termin zu erledigen hat. Und man erkennt leicht, ob das, was man gerade tut oder vorhat, wirklich zur Erfüllung der vorgenommen Ziele beiträgt. Außerdem hilft das stete Bewusstsein der noch zu erledigenden Dinge dabei, diese schneller zu bearbeiten. So kannst du sie von der To-Do-List streichen und hast mehr Freizeit. Durch diese Belohnung werden positive Emotionen hervorgerufen, die später wiederum als Motivation dienen.

Der Nebenjob

Hier geht es um die Uni. Das ist klar. Doch um den Hochschulstress zu bändigen, ist mindestens von genauso großer Bedeutung, was man außerhalb des Hörsaales macht.

Die meisten Studenten haben einen Nebenjob oder sind als Werkstudent tätig. Dabei ist es besonders wichtig, dass dir der Job Spaß macht und du es nicht nur „wegen des Geldes“ machst. Denn: Du hast schon genug Stress mit der Uni, da solltest du wenigstens danach etwas machen, was dir Spaß macht und eventuell sogar zu deinen zukünftigen Berufsvorstellungen passt. Schrecke dabei nicht zurück, aus der Masse heraus zu stechen und schau dich neben den üblichen Studentenjobs wie Kellner oder Partypromoter nach einem Job um, der zu dir passt.

(Wenn du auf der Suche nach einem wirklich außergewöhnlichen Nebenjob bist, schau mal hier.)

Eins sollte aber klar sein: Dein Studium hat Vorrang. Und es gibt gerade für Studenten die Möglichkeit über andere Wege wie Bafög oder Stipendien finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Erholungsphasen

Freitag die letzte Klausur geschrieben und Montag direkt der Job für die Semesterferien? Falsch! Klar kannst du in den Semesterferien Geld verdienen oder ein Praktikum machen, aber gib dir selbst und deinem Körper etwas Zeit, um die Energiereserven wieder zu füllen und dich auf die nächsten Herausforderungen vorzubereiten: Urlaub, Sport oder einfach mal ausschlafen und den Tag auf der Couch vor dem Fernseher verbringen: Wie diese Pause aussieht, entscheidet jeder für sich selbst! Danach kannst du mit frischer Energie und Motivation neue Aufgaben angehen.

Natürlich gilt das auch im kleinen Maßstab: Füge alle paar Stunden eine längere Pause in deinen Lerntag ein. Nur so schaffst du es, deine Konzentration aufrecht zu erhalten.

Lerne dich kennen!

Höre auf deine innere Uhr - oder wissenschaftlich ausgedrückt: Passe deine täglichen Aufgaben an deinen Biorhythmus an, denn so lernt und arbeitet es sich deutlich einfacher.

Wahrscheinlich ist es dir selbst schon einmal aufgefallen. Morgens lösen sich die Matheaufgaben wie von selbst, doch nachmittags ist auf einmal Facebook, Instagram oder sogar der gehasste Wohnungsputz viel interessanter. Du merkst: Durch solche „Zeitfresser“ lässt du dich extrem leicht von deinem eigentlichen Vorhaben ablenken. Daran ist dein Biorhythmus schuld, denn dieser ist der Grund für deine schwankende Leistungsfähigkeit.

Der Großteil der Menschen hat sein Leistungsoptimum am Vormittag zwischen 9 und 12 Uhr. Darauf folgt das Mittagstief mit anschließendem Wiederanstieg der Leistungskurve. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt am frühen Abend sinkt die Kurve stetig bis zum Minimum gegen Mitternacht.

  • Biorhythmus: Lerche oder Eule

  • „Lerche“: „Morgenmenschen“, die vormittags ihr Leistungsoptimum haben und deren Leistungskurve nach einer Mittagspause nochmal ansteigt und ab Nachmittag sinkt.
  • „Eule“: Die Eule beschreibt die „Abend- oder Spätmenschen“. Ihre Leistungsfähigkeit beginnt erst mittags oder am frühen Nachmittag. Dafür sind sie fähig, bis in den späten Abend effizient zu arbeiten.

Natürlich variiert der Rhythmus von Mensch zu Mensch. Deshalb solltest du für dich herausfinden, wann du am effektivsten arbeitest und wann du für herausfordernde Aufgaben nicht zu gebrauchen bist.

Aber auch diese Phasen kannst du gut nutzen, indem du zum Beispiel Routineaufgaben oder Organisatorisches erledigst: Sachen, die gemacht werden müssen, aber keine besondere Anstrengung für dich darstellen.

Die Berechnung deines persönlichen Biorhythmus ist ganz einfach. Notiere dir einfach über einen gewissen Zeitraum (z.B eine Woche), wann du am leistungsstärksten bist und wann du dein Tagestief hast. Nutze einfach dieses PDF mit Anleitung und schon kannst du dein persönliches Biorhythmus-Tracking beginnen.

Finde Leidensgenossen

Ein große Unterstützung, die dir dein ganzes Studium und auch darüber hinaus helfen wird, sind Leute, die dasselbe Schicksal wie du erleiden: Studienfreunde! Denn diese teilen meistens deine Probleme, Sorgen und Fragen und ihr könnt euch gegenseitig dabei helfen, den Studienalltag zu meistern.

Bei Fragen, die ihr euch nicht selber beantworten könnt, sind fortgeschrittenere Kommilitonen gute Ansprechpartner. Mit Sicherheit haben die sich genau mit denselben Fragen rumgeschlagen wie ihr und können euch auch so einige Tipps für die Organisation eures Studiums geben.

Beratung

Ein weiteres Instrument zur Stressvorbeugung, sind Hilfestellungen der Unis zum Beispiel in Form von Dozentensprechstunden oder Beratungsgesprächen, die aber laut Bundesministerium für Bildung und Forschung immer weniger Studierende in Anspruch nehmen. Diese können oft dabei helfen, sich persönlich bei dem Dozenten über den Lernaufwand oder -strategien zu informieren und sich bei eventuellen Schwächen helfen zu lassen. Und außerdem weiß ein Dozent durch langjährige Hochschulerfahrung so einiges über die richtige Organisation und Klausurvorbereitung im Studium.

Sollte es dir trotzdem mal über den Kopf steigen, bieten viele Universitäten und Fachhochschulen aber auch private Einrichtungen speziell auf Studenten ausgerichtete Beratungen zur Studien- und Stressbewältigung an, die meistens sogar kostenlos sind. Auf der Seite des Deutschen Studentenwerks findest du einige Ansprechpartner auch in deiner Umgebung.

Zu guter letzt: Stress nutzen!

„Stress“ - ein durch und durch negatives Wort: Klausuren schreiben, Geld verdienen und Privates organisieren. Klar, ist so!

Wir haben euch nun einige Möglichkeiten gezeigt, wie ihr euren Stress reduzieren könnt. Aber so ganz lässt er sich ja doch nicht vermeiden...

...UND DAS IST AUCH GUT SO!

Jedenfalls in gewissem Maße. Denn Stress treibt uns zu Höchstleistungen. Dabei wirkt er wie ein Dopingmittel, das kurzfristig unsere gesamten Reserven konzentriert und zur richtigen Zeit freisetzt. Dadurch wird auch die anschließende Erholungsphase intensiver und man kann seine Energiereserven schneller wieder füllen. Allerdings funktioniert dies nur in kleinen Dosen, denn bei zu vielen Stresssituationen, wird man von diesen überwältigt und wird schnell hilflos und überfordert - eben wie bei einer „Überdosis“.

Außerdem fördert Stress unser Selbstbewusstsein. Denn: Je öfter man stressige Situationen meistert, desto besser und sicherer kann später man mit diesen umgehen. UND: Wenn man Herausforderungen auch unter Stress besteht - wie leicht wird es einem dann erst fallen, wenn man vorbereitet und stressfrei ist. :-)